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Unter dem Motto Der Kunde: gestern König -heute
Bettelmann fand vom 18. bis zum 22.09.2006 die 7. bundesweite
Aktionswoche Schuldnerberatung statt. Die Verbraucher-Zentrale
Essen und der Verein Schuldnerhilfe Essen (VSE) haben eine
Ausstellung mit Bildern und Texten zum Thema entwickelt, welche
im Rathausfoyer besichtigt werden konnte.
Die
Aktionswoche beschäftigte sich mit der Verantwortung
von Anbietern und Konsumenten finanzieller Dienstleistungen.
Vor und bei Geschäftsabschluss ist der Kunde meist umschmeichelt
und umworben König eben. Das kann
sich schnell ändern, wenn plötzlich verschleierte
Zusatzkosten entstehen und der Kunde nicht zahlen kann - oder
will. Dann kommt es oft zu massiven Drohungen und die Kosten
explodieren. Der König Kunde wird zum Bettelmann.
Zur Schuldnerberatung, erklärt Andrea Grondstein
von der Verbraucherzentrale NRW, kommen Menschen, bei
denen nach Vertragsabschluss Probleme aufgetreten sind. Sie
haben Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Forderung
oder sie können unvorhergesehene und oft unzulässige
Zusatzkosten nicht zahlen. Wir versuchen dann, eine Einigung
mit dem Gläubiger herbeizuführen.
Mit
Texten und Bildern haben die beiden Essener Beratungsstellen
die verführerische Werbewelt mit Preisrätseln und
Glücksspielangeboten einerseits und den dramatischen
Folgen überraschender Vertragsfallen andererseits plastisch
dargestellt. Zum Repertoire unseriöser Forderungseintreibung
gehören neben Einschüchterung und Drohung der Missbrauch
des gerichtlichen Mahnverfahrens zur Eintreibung falscher
Forderungen und die Geltendmachung unzulässiger Beitreibungskosten.
Unseriöse Inkassobüros schaffen es, Forderungen
von 25 € in nur 2 Jahren über 600 € hoch zu
treiben.
Die Zielrichtung unserer Aktionswoche, erklärt
Wolfgang Huber, Leiter des VSE, "ist einerseits die Warnung
vor zweifelhaften Preis- und Gewinnspielen. Andererseits helfen
wir natürlich auch, wenn das Kind schon in den Brunnen
gefallen ist.Wir unterstützen Betroffene darin, gegen
überzogene Forderungen rechtlich vorzugehen. Bei berechtigten
Forderungen versuchen wir, Zahlungsvereinbarungen zu treffen.
Abgerundet wurde die Ausstellung mit teils lustigen, teils
nachdenklichen Comics von hilflosen Verbrauchern unter Schulden-Geiern.
Am Ende standen die 10 Gebote, welche ein Fairplay
zwischen Kunde und Verkäufer und einen Kauf ohne Reue
sicherstellen sollen.
Bild 1:
Wolfgang Huber und Hartmut Laebe, Verein Schuldnerhilfe, Andrea
Grondstein, Verbraucher-Zentrale, Ratsherr Hans-Peter Huch,
Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Verbraucherschutz,
Grün und Gruga (v.l.)
Bild 2:
Ratsherr Hans-Peter Huch, Vorsitzender des Ausschusses für
Umwelt, Verbraucherschutz, Grün und Gruga, Hartmut Laebe,
Vorsitzender des VSE, Andrea Grondstein und Volker Naujok
von der Verbraucher-Zentrale (v.l.)
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